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Bilder über: leben und arbeiten in der früheren DDR

Stahl u. Walzwerk Hennigsdorf 1980 SWH 1980 SWH 1980
In der Kasettenwerkstatt war ich als Lehrfacharbeiter und später als Lehrmeister tätig Kasettenwerkstatt/Walzwerk 300er Walzstraße

In den 80er Jahren entstanden in der DDR so genannte Friedensgruppen, die (auch) aus christlichen Motiven des Gewaltverzichts eine offensive Strategie entwickelten. Dieser Appell richtete sich gegen einen gewaltätigen Gegner, den DDR-Staat. Auf friedliche Weise (durchaus offensiv) wurde versucht die DDR Staatsmacht zu provozieren. Die Menschenrechtsgruppen forderten damals die Absage an Geist, Logik und Praxis der atomaren Abschreckung(im Westen: Nato Doppelbeschluß). Namhafte Politiker wie Olof Palme und Michael Gorbatschow waren bereit,die politische Machbarkeit gewaltfreier Konfliktbewältigung ernsthaft in Erwägung zu ziehen und in einen Dialog mit Friedensgruppen einzusteigen. Diese politische Überzeugung der Gewaltfreiheit hat die Führung der demokratischen Prozesse 1989 durch das Neue Forum maßgeblich beeinflußt und den Einsatz gewaltfreier Strategien bewirkt.

Pionierferienlager des Stahl u. Walzwerkes Hennigsdorf 1980 Pionierferienlager des Stahl u. Walzwerkes Hennigsdorf 1980

Viele Bürgerrechtler der DDR träumten von einer Fortsetzung dieses Weges: von der Entmilitarisierung des Landes und von einer Investition in gewaltfreie Strategien zur Konfliktbewältigung im In- und Ausland.Dies hätte ein spannendes Schlußkapitel der deutschen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte werden können. Im Taumel der Wiedervereinigung verstummten die Visionen eines Politikwandels. Zurückblickend bin ich der Meinung, dass diese "Bürgerrechtler" nie ersthaft an einem grundsätzlichen Politikwandel gearbeitet haben. Sie waren bestrebt so schnell wie möglich den "westlichen" Politiken die Entscheidungskompetenzen zu übertragen.

Pionierferienlager des Stahl u.W Hennigsdorf Pionierferienlager des Stahl u.W Hennigsdorf Pionierferienlager des Stahl u.W Hennigsdorf
Morgenappell eine der vielen Pioniergruppen Abschlußfoto der Betreuer

Die Anschlußideologie triumphirte. "Gewaltverzicht" wurde als politischer "Sonderweg" verketzert. Die gleichberechtigte Teilnahme am militärischen Treiben der Welt wurde als Zeichen internationaler Anerkennung gewertet. Inzwischen ziehen deutsche Soldaten mit Waffen in die Welt, sie schießen und werden erschossen. Die Politik bedauert die Opfer, als gäbe es keine Alternative.

FDGB-Ferienheim "Franz Mehring" Schierke/Harz FDGB-Campingurlaub:Binz auf Rügen

Die Realitäten haben uns eingeholt. Oft denke ich an die Zeit vor 1989 zurück und vergleiche die Probleme von damals mit den heutigen. In der DDR habe ich Ausreisewillige bedauert und bewundert, wie sie mit Schikanen und Benachteiligungen leben mussten. In der DDR habe ich geglaubt: -dass die Markwirtschaft wirtschaftliche und strukturelle Probleme bedeutend besser bewältigen könnte als die Planwirtschaft, -und das die Demokratie nur im "Westen"(in einer Marktwirtschaft) funktionieren kann.

Aktivitäten des Arbeitskollektiv's Aktivitäten des Arbeitskollektiv's FDGB-Campingurlaub
gemeinsamer Ausflug des Arbeitskollektiv's ...mit anschließendem grillen... auf der Insel Rügen

Nach Rund 15 Jahren der "Wiedervereinigung" stelle ich fest, dass die Marktwirtschaft das Gegenteil von Demokratie ist. Die Marktwirtschaft ist die knallharte Diktatur des Kapitals.




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bearbeitet: -Dezember-2010